Sagen Sie, was tatsächlich ist! Das ist der erste Schritt von BOB. Heute geht es um Teil 2 im Umgang mit Kritik und Krisen.

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Das erste B

Das erste B von BOB ist so wichtig! Wenn Sie das verinnerlicht haben, kennen Sie schon den wichtigsten Schritt im Umgang mit Kritik und Krisen: Machen Sie das Problem eines anderen nicht zu Ihrem eigenen. Auch wenn der andere ein Problem mit Ihnen hat.

Sagen Sie als erstes nicht, was Sie über die Situation oder den Menschen denken, wie Sie etwas finden oder beurteilen, sondern sagen Sie, was tatsächlich Fakt ist. Darum ging es in der letzten Folge.

O wie Offenheit

Jetzt folgt der zweite Buchstabe von BOB, das O. Das steht für Offenheit. Nachdem Sie gesagt haben, was Sie beobachten, sprechen Sie darüber, wie es Ihnen damit geht und was Ihnen wichtig ist.

Die große Schwierigkeit dabei ist, Gefühle zu äußern. Wir denken manchmal, wir würden über unsere Gefühle sprechen, verstecken damit aber nur Vorwürfe. Zum Beispiel:

“Ich habe das Gefühl, Sie verstehen mich nicht.”

Oder:

“Ich fühle mich übergangen.”

Dasselbe trifft auf Worte wie “benachteiligt, “ausgenutzt”, “nicht geliebt” oder “überfordert” zu. Hinter diesen Äußerungen stecken immer Vorwürfe wie:

“Sie übergehen mich.”

“Sie benachteiligen mich.”

“Du nutzt mich aus.”

oder

„Du liebst mich nicht.“

Achtung Fake-Gefühl!

Fast alle Formulierungen, die mit „Ich fühle mich…“ oder mit „Ich habe das Gefühl…“ anfangen, vermitteln keine echten Gefühle! Nehmen Sie lieber ein „Ich bin“. Sagen Sie, wie es Ihnen wirklich geht. Zum Beispiel so:

“Ich bin traurig.”

“Ich bin überrascht.”

“Ich bin frustriert.”

Oder auch:

“Ich freue mich.”

Gefühle schaffen Nähe

Warum sollten wir überhaupt in einer Situation, in der wir kritisiert werden, über Gefühle reden? Weil das Nähe schafft. Statt in Kampfhaltung zu gehen, gehen Sie in die Offenheits-Offensive.

Manche denken, dass sie dadurch angreifbar werden, aber das Gegenteil ist der Fall. Wenn Sie wirklich sagen, wie es Ihnen geht, schaffen Sie den Boden für echten Austausch. Der andere weiß, woran er ist und merkt, dass Sie ihm nichts Böses wollen.

Echte Gefühle sind nicht widerlegbar!

Wenn Sie sagen: „Ich fühle mich ungerecht behandelt“, kann der andere sagen: „So ein Quatsch! Als ob ich dich ungerecht behandeln würde!“
Wenn Sie sagen, dass Sie wütend sind, kann niemand sagen: „Das stimmt ja gar nicht. Du bist nicht wütend.“

Echte Gefühle sind, genauso wie echte Beobachtungen, nicht widerlegbar. Natürlich offenbaren Sie in einer Business-Situation nicht Ihr tiefstes Seelenleben. Aber sprechen Sie ruhig über Ihr Gefühl, das Sie in dem Moment haben.

Beobachtung und Offenheit

Ich mache ein paar Beispiele für das B und das O von BOB im Zusammenhang, d.h. für Beobachtung und Offenheit:

  • “Sie sagen, Sie sind unzufrieden mit meinem Vortrag. Da bin ich jetzt erstmal frustriert.”
  • “Sie greifen mich gerade auf einer ganz persönlichen Ebene an. Das ärgert mich.”
  • “Sie zweifeln daran, dass meine Thesen fundiert sind. Ich bin überrascht, das zu hören.”

Sie greifen nicht an. Sie bleiben ganz bei sich und bei dem, was passiert. So kommen Sie sortiert und souverän rüber.

Im Anschluss sagen Sie, was Sie wollen. Und darum geht es in der nächsten Folge mit dem zweiten B von BOB.

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